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19 April 2006 | Do You Like Speed?

produzentin held hostage. Website taken over by Gates of Schimbulak:

SuperIch bin im Tran, schlafe manchmal ein, verpasse Teile des Wegs und des Gesprächs. Halb strategisch, damit ich nicht die ganze Zeit mit Andrej reden muss, er ist aufgeregt und betrunken, stolz zeigt er uns Almaty. Wir mussten schon mehrmals umsteigen, er hat Freunde mit Autos organisiert, die Besetzung wechselt. Wir werden in das jeweils spektakulärere Auto gesetzt.
Die Mädchen sitzen in den anderen Wägen. Andrej möchte nicht, das wir mit den Mädchen reden, er hat ein Programm vorbereitet, das wird durchgezogen, obwohl es dunkel wird und nebelig im Gebirge.

Wir sitzen in einem Geländewagen. Den Fahrer nennen sie “Small”. Es läuft russischer Gangsta Rap. Den Subwoofer haben sie Small letzte Woche alle zusammen zum Geburtstag geschenkt. Das sind also reiche Kasachen, denken wir. Wenn sie wüssten, daß wir zuhause noch nicht mal ein Auto besitzen, würden sie uns nicht so eine VIP Behandlung verpassen. Andererseits, als ich 19 war, hatte ich auch noch Freunde mit fetten Autos. Small ist höchstens 19, er muss schon reich sein, er wohnt im Gebirge, deswegen kenne er sich aus auf den Serpentinen, die er gerade hochbrettert. “He’s professional!”, sagt Andrej, “He feels his car.” Das ist nicht beruhigend. Small fährt ein Rennen mit “Jew”, bei 150kmh reichen sie sich Zigaretten rüber.

StarsDie Strasse wird mit einem mal eng und gerade, sie führt über einen hohen Damm, zu beiden Seiten fällt es steil herab. Darunter liegt das Tal von Medeo mit dem grossen Eisstadion. Für den Damm wurde Ende der 50er ein Berg gesprengt, er schützt Almaty vor Hochwasser zur Schneeschmelze.
Jetzt sitzt Andrej im anderen Jeep, oder nein wir sitzen jetzt im Jeep von “Jew” und jetzt ist Volodja der Fremdenführer. Das ist mir lieber, Volodja steht nicht so unter Strom wie Andrej. Wir fahren weiterhin sehr schnell, der Motor heult, hoch auf den Schimbulak, die Ohren drücken, der Schimbulak ist 2500 Meter hoch. Oben ist der Skilift ausgeschaltet. Die Motoren der Jeeps bleiben an, während wir einen kleinen Spaziergang machen. Es sieht aus wie in der Schweiz oder wie in Aspen, und überhaupt kommt mir auch die ganze Situation, wie die Jugendlichen leben, international vor, abends Bier kaufen und irre Rennen fahren, an Orten, die sie so gut kennen, das es sonst nur langweilt.

In“Do you like Speed?”, fragt Andrej, wir haben wieder getauscht. Er meint Geschwindigkeit. Er erzählt von einer Freundin, die so schnell gefahren sei in der Stadt, daß sie im zweiten Stock eines Hauses eingeschlagen sei. Ob wir die Stelle sehen wollten.
Die anderen aus dem Konvoi sind nach und nach verschwunden, draussen ist es jetzt dunkel und es regnet stark, die Strasse ist so schlecht, das nur Small noch weiter fahren kann. Small ist es scheinbar ganz egal, wo er hinfahren soll, willenlos fahrend zufrieden. Er nimmt eine falsche Abzweigung und plötzlich gibt es keine Strasse mehr, sondern eine Wiese, die Räder drehen manchmal durch, aber er holt uns souverän aus dem Brachland auf den Parkplatz. Das ist eine Aussichtsstelle, die Andrej uns zeigen wollte, von der aus man seine Stadt liegen sieht. Aber es ist zu nebelig, heute nur schwarze Nacht. Trotzdem ist Betrieb auf dem Parkplatz. Kein Mensch zu sehen, die Motoren laufen, beschlagene Scheiben, steamy windows! – wo sollen sie hin, wenn sie noch bis zur Hochzeit bei den Eltern wohnen müssen. Andrej wohnt allein, deswegen treffen sich gleich alle bei ihm, aber uns will er nicht mehr mitnehmen, “we have to do some business, I’m sorry.”

KazakhstanWir sind zu alt, aber eigentlich froh. Insgesamt ist es schade, das wir nicht im Mädchenauto gesessen haben, sie haben R&B gehört und Alkopops getrunken.

27 March 2005 | Happy Birthday, Mariah!

Mariah wird heute 35 und ich wünsche ihr alles Liebe und Gute zum Geburtstag! Ich glaube, sie feiert dieses Jahr in London.

Weil ich genau wissen wollte, wie es Mariah zur Zeit geht, habe ich meinen guten Freund, den Psycho-Experten superschum darum gebeten eine psychologische Stellungnahme zu einem Fernsehinterview von ihr zu schreiben. Es sieht so aus, als ob Mariah auf dem richtigen Weg ist und ich freue mich mit ihr. Jetzt also, der Bericht:

Exclusiv MariahDie nachfolgenden Aussagen stützen sich auf ein Fernsehinterview von M.C. beim Fernsehsender RTL, das im Rahmen der Sendereihe ‘Exclusiv’ am 18.03.05 ausgestrahlt wurde. Nach Angaben des Fernsehsenders sei der Hintergrund für dieses Interview, dass M.C. “zurück sei”, wobei diese Aussage nicht näher beschrieben wird. Aufgenommen habe man das Interview im Hotel Adlon (Berlin) in dem M.C. mit zwei Stunden Verspätung und 15 Personen als Begleitung angereist sei. Der Fernsehsender gibt weiter an, dass M.C. gut gelaunt und strahlend schön sei.

M.C. berichtet, dass sie in wenigen Tagen 35 Jahre alt werde, aber in Wirklichkeit erst 12 Jahre alt sei. Dies sei allerdings nur ein ‘Joke’ den sie mache, weil sie so optimistisch sei. Sie fühle sich hin und her gerissen zwischen Ernsthaftigkeit und Spinnerei. So mache sie wieder viele Dinge aus ihrer Kindheit. Sie spränge ins Wasser, feiere Weihnachten und spiele mit dem Hund. Das alles mache ihr sehr viel Spass.

Angesprochen auf ihren Zusammenbruch vor 4 Jahren, berichtet sie weiter, dass dies eine Zeit war, in der alles zu viel für sie gewesen sei. Sie buche dies aber rückblickend unter dem Stichwort ‘Erfahrungen’ ab. Sie empfände es so, als hätte diese Zeit sie stärker gemacht. Es sei alles Schicksal gewesen und sie habe es so auch angenommen.
Weiter berichtet M.C. sie habe sich für die heutige Nacht im Hotel ihr eigenes Bettzeug einfliegen lassen. Sie findet dies sei aber keine große Sache, sie möge es gemütlich. Sie habe aber auch nichts dagegen, wenn andere sie deshalb eine ‘Diva’ nennen würden.

SchockstarreIn den Interviewpausen verfällt M.C. in eine Art Schockstarre, in der sie ihre Gliedmaßen von sich streckt. Während sie in dieser Stellung ganz ruhig verharrt wird sie von drei sogenannten ‘Stylisten’ bearbeitet. So wird sie gepudert, das Haar gerichtet und auch Korrekturen an ihrer Kleidung vorgenommen. Ein sogenannter Lichtdesigner kümmert sich um die Ausleuchtung von M.C. Grund hierfür sei, dass sie ‘strahlen’ solle. Auffallend sind während dieser gesamten Prozedur dünne abgerundete bläuliche Streifen an ihren Brüsten. Insgesamt fällt ihr sehr üppiges Dekoltee auf, das in einem Kontrast zu ihrem zierlichen Gesicht steht. Die eingesetzte Schminke lässt sie fast puppenhaft wirken.

Im Gespräch zeigt sich M.C. freundlich und aufgeschlossen. Sie verfügt über eine ausreichende sprachliche Ausdrucksfähigkeit. Inwieweit M.C. auch über eine ausreichende praktische Anstelligkeit verfügt, kann nicht abschliessend beurteilt werden, da sie es scheinbar vorzieht einfache Verrichtungen von anderen Personen vollziehen zu lassen. Positiv erwähnt werden muss dabei ihre gute Leistungsfähigkeit in eine plötzliche Schockstarre zu verfallen.
M.C. zeigt eine insgesamt positive Lebenseinstellung und scheint die Zeit ihrer Krise gut überwunden zu haben. Allerdings negiert sie ihren Anteil an der Krise, sie kann nur eine externe Zuordnung vornehmen und schiebt die Gründe für ihre damalige Krise auf z.B. das Schicksal. So besteht weiterhin die Gefahr, dass M.C. wieder in eine ähnliche Situation gerät. Sie wirkt insgesamt noch sehr kindlich und auch realitätsfremd. Es bleibt unklar, inwieweit es ihr gelingt reale Ereignisse und Wunschdenken zu trennen. Sie muss lernen Realitäten zu erkennen und zu akzeptieren, um dadurch eine weitere Stabilisierung ihrer Persönlichkeit zu erreichen.
Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, ob M.C. an ihre alten Erfolge anknüpfen können wird und dadurch ‘wieder da ist’ um dies ‘allen zu zeigen’.

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