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Gefickt. Geweint. Gelöscht. Geschichten aus der Düsseldorfer Society.

12 June 2006 | The Blackout Trilogy - Part I

Nach langer, langer Pause meldet sich Toffi mit einer neuen Kolumne zurück. Ich konnte und wollte Toffi keinen Druck machen, da es ihm in letzter Zeit nicht so gut ging. Es hat mit seinem mittlerweile Ex-Freund zu tun. Es ist eine lange, verworrene und irgendwie komplizierte Geschichte. Und als ich dachte, jetzt hat er das Gröbste überstanden, wurde es noch krasser. Leider kann ich aus Kanada nur kurze Aufheiterungen durchs Telefon senden.
Trotz allem hat Toffi eine neue Kolumne geschrieben, der erste Teil seiner Blackout Trilogy:

So, hier mal ein kleines Lebenszeichen aus dem Loch, in dem ich mich gerade befinde:

Ein paar mal im Jahr habe ich ja immer die Anwandlung, ein paar Wochen lang keinen Alkohol zu trinken. Das fiel im letzten Jahr ausgerechnet in die Zeit, in der es auf der Kirmes in Düsseldorf den Pink Monday gibt. Den schwulen Tag mit grosser Ressonanz und viel Spass.
Vorher schaute ich bei einem Freund vorbei, sein Vater wollte uns hinfahren. Als ich dort um fünf Uhr nachmittags war, machte der mir sofort ein Bier auf und ich dachte mir, dass ja eins nicht schaden kann. Es schmeckte gut und als wir losfuhren hatte ich schon das dritte in der Hand.
Auf dem Pink Monday angekommen, war ich allerbester Dinge. Viele Bekannte getroffen und immer die Hand mit einem Bier gefüllt.

Ab ungefähr 1 Uhr kann ich mich an NICHTS mehr erinnern.

Mit meiner neuen besten Freundin
(Kurz darauf in der Rheinischen Post, meine Erinnerung kam dadurch nicht zurück)

Auf dem Nachhauseweg muss ich mich wohl irgendwie in die falsche Bahn gesetzt haben, denn als ich wieder zu dem Punkt kam, an den ich mich erinnere, war ich auf einem verlassenen Gelände. Immer noch besoffen.

Es sah aus wie ein stillgelegter U-Bahnhof, morgens, die Dämmerung schien grade einzusetzen. Ich versuchte nach draussen zu gelangen, aber alle Türen waren abgesperrt.
Völlig verzweifelt der Tatsache, dass ich NIE WIEDER da weg kommen würde, bin ich auf allen Vieren queer über die Schienen gekrochen und durch Hecken gewällert bis ich schließlich auf einer riesigen Baustelle ankam.

Kiesberge, Bagger, und was es da so alles gab. Und ein Container, in dem die Bauarbeiter wohl schliefen, jedenfalls war da ein Licht. So betrunken ich auch war, aber das erste was ich dachte war, “oh, da guck ich mal durchs Fenster, vielleicht sieht man ja ein paar geile Bauarbeiter”. Aber ich sah nur ein olles Loch mit ‘ner Kaffeemaschiene drin.

Ich hatte immernoch keine geringste Ahnung wo ich war. Und wusste natürlich auch nicht in welche Richtung ich gehen sollte. Ich lief einfach los und war 15 Minuten später auf einer Strasse, die ich allerdings nicht kannte. Ich sah eine Uhr, es war Viertel vor Sieben.

Die ersten Autos fuhren an mir vorbei und da ich mir nicht anders zu helfen wusste, fing ich an zu trampen. So wie ich aussah, Hose total dreckig und mit starrem Blick, hielt natürlich keine Sau an. Irgenwann ist ein Taxi an mir vorbei gefahren und so wurde ich ENDLICH nach Hause gebracht.

Ich weiss bis heute nicht, wo ich war, selbst im Taxi konnte ich mir den Weg nicht merken. Es kann nur nicht sehr weit weg gewesen sein.

Bezahlt habe ich acht Euro.

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