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28 November 2005 | Nancy - I want to be made - Ein Bärchitraum

Miss Bear Is Crazy In LoveWatch Nancy’s performance

(3:27 min., 16,5 MB,
Quicktime 7)

Alles begann, als ich vor zwei Jahren das erste Mal als Zuschauerin bei der Mr. Bear Germany-Wahl in Köln war. Durchaus skeptisch ging ich dorthin, mit der Befürchtung von butcher Stoffeligkeit gelangweilt zu werden. Doch kaum ging das Programm mit einem Auftritt der Veranstalter, der Bartmänner Köln, los, wurde ich eines Besseren belehrt. Das damalige Motto war Hairy Hollywood und passend dazu waren lauter dicke Bären mit Rauschebärten und Korkenzieherlocken, in My Fair Lady-Kostümen auf der Bühne und spielten Filmszenen nach. Sie waren fast schon ein bißchen wie die Cockettes und ich war begeistert! Als dann auch noch ein Kandidat als Performance Teak Won Do zu avantgardistischer Musik geboten hat, fiel bei mir der Groschen. Ich wußte: Da oben muß ich eines Tages stehen.

I want to be made Mama-Bär von Deutschland!

Nachdem ich dann letztes Jahr erstmal den Anmeldeschluß verpennt hatte, war es dieses Jahr dann endlich soweit: Die Bewerbung war rechtzeitig abgeschickt und tatsächlich - sie nahmen mich!
Ganz ehrlich, meine anfängliche Freude darüber wich schnell der Angst, daß ich mich mit meinem missionarischen Drag-Eifer etwas übernommen hatte. Denn letztes Jahr gab es ausschließlich Strips als Kandidatenauftritte und mit einer Ausnahme die totale Mackeritis. Was wäre also, wenn die knapp 2000 Zuschauer meine heiße Drag-Performance in den falschen Hals bekämen und sich verarscht vorkommen? Mir rutschte das Herz ganz schön ins Höschen!
Von dieser Angst angetrieben traf ich mich sofort mit meinem Coach Oliver Husain. Meine erste Idee verwandelten wir schnell in ein grobes Konzept für Performance und Outfits. Oliver steuerte zahlreiche Ideen dazu bei und wachte streng darüber, daß gute Effekte eingesetzt werden und das Konzept schlüßig ist. Damit die Outifits erste Wahl werden, wurde erstmal mehrere Aufträge vergeben. Finula, Kerstin, Sarah, Eva und Oliver Heise schneiderten und bastelten, was das Zeug hielt. Für mich hieß es nur noch üben, üben, üben (u.a. mit Tanzmaus Britta), denn die einzige Chance, die ich sah, war die Bärchis mit Qualität und Power zu überrollen. Coach Oliver verfolgte alles sehr kritisch und sorgte mit Zuckerbrot und Peitsche dafür, daß ich in der nötigen mentalen Verfaßung war: konzentrierte Aufgeregtheit.

Als der große Tag kam, war meine Angst schon weniger, weil meine Freunde mir soviel Mut gemacht haben - allen voran die prodi - und es sich herausstellte, daß die Outfits ganz hinreißend geworden sind und perfekt zueinander paßten. Als ich bei der Generalprobe in voller Montur auftrat, meinten die Veranstalter nur: “Du ziehst Dich ja gar nicht aus.” und lachten. Von Unverständnis und Humorlosigkeit keine Spur! Überhaupt waren die Veranstalter und viele Kandidaten locker und gut gelaunt. Das nahm mir den Rest der Angst und ab da war ich nur noch aufgeregt und vorfreudig.

Als ich dann endlich auftreten durfte gab es für mich kein halten mehr. Ich wollte meinen Freunden und den Zuschauern alles geben. Ich tanzte so heiß und wild wie ich nur konnte. Da geschah das Unglaubliche: Das Publikum rastete aus und Wogen der Schreie schwappten über mich. Das peitschte mich immer weiter hoch und ab dem Moment wo ich den Honig leckte war ich so in Extase und der Krach so laut, daß ich kaum noch die Musik hörte. Eigentlich hätte ich nach dem Auftritt interviewt werden sollen, aber stattdessen gabs für mich eine Karnevalsrakete und Moderator Bernd von Fehrn leckt mir den Honig von den Brüsten und lobte mich über den grünen Klee. Das war der totale Glücksrausch und seitdem bin ich leider größenwahnsinnig.
Daß ich dann auch noch Zweiter geworden bin, mit einem Dragauftritt inmitten der ganzen Butchness, freute mich natürlich ganz wahnsinnig und noch mehr, weil der erste Platz an den sympathischen und süßen Rainer ging. Ich habe seinen Auftritt leider verpaßt, aber eine Performance, bei der Bärchis an Fallschirmen ins Publikum fliegen, kann nur super gewesen sein!

Nach der Show sagte ein Publikumsbärchi zu mir: “Dein Auftritt war der Beste. Du bist die wahre Miss Bear Germany.” Ein schöneres Kompliment hätte man mir nicht machen können.

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