Monthly Archives: August 2004

Top 10 July/August 2004

  1. Arthur Russell – Calling Out Of Context CD – Audika Records
  2. Loose Joints – Tell You Today – 4th & Broadway
  3. Lopazz – I Need Ya (Gucci Sondsystem Remix) – Output
  4. Chromeo – Me And My Man (The Juan Maclean Remix) – V2
  5. Romanthony – Bump – Digi Talent US
  6. Tiga – Pleasure From The Bass – Pias
  7. Yoko Ono – Everyman… Everywoman… (Basement Jaxx Man2Man Mix) – iTunes US/ Twisted/MindTrain
  8. Rufus Wainwright – Gay Messiah – iTunes US
  9. Seelenluft – I Can See Clearly Now (Tiga Remix) – Klein
  10. Klein & MBO – I Love You – Atlantic

TV Highlights during my time in the US, May-August

Boom!

Dictation? No, reflection!Der Trash Klassiker von 1968, nach dem Tennessee Williams Stück mit dem herrlichen Titel „The Milk Train Doesn’t Stop Here Anymore“, ist nur auf NTSC-VHS erhältlich. Nachdem ich mir die Videokassette in San Francisco gekauft hatte, konnte ich Elizabeth Taylor und Richard Burton in diesem außergewöhnlichen Film bewundern.

Die reichste Frau der Welt (Elizabeth Taylor) zieht sich auf ihre Mittelmeerinsel zurück, um ihre Memoiren zu diktieren. Kurz darauf bekommt sie Besuch von einem Gentlemen (Richard Burton), der als Angel Of Death bekannt ist.

Während des Films erlebt man Liz Taylor durchgehend als cholerische Diva, die Sätze von sich gibt wie: "What’s human or inhuman is not for human decision." Jeder Raum ist mit Lautsprechern ausgestattet, so dass Liz ihre Bediensteten überall erreichen und komandieren kann.

Reno 911

Honk if you love my ass!Die Fake-Reality-TV Serie über ein Polizeirevier in Reno hat es mir angetan. Die Charaktere sehen aus wie Comicfiguren, vor allem der Boss, der eine Uniform mit kurzen Hosen trägt. Besonders toll finde ich Deputy Clementine Johnson, die etwas nymphomanisch veranlagte, gutaussehende Blondine.
In den USA läuft zur Zeit erfolgreich die 2. Staffel auf Comedy Central. Bei uns liefen im Frühjahr ein paar Folgen auf Kabel1, die Serie scheint aber schon wieder abgesetzt zu sein.
Der Humor ist etwas oberhalb der „da fällt jemand vom Stuhl“ Ebene angesiedelt und das finde ich super. Die Kollegen des Polizeireviers überraschen sich gerne zufällig in peinlichen Situationen, so z.B. nach Hause kommen von einer Verkleidungs-/Fetisch-Swinger-Nacht, während die Wohnung aus Neugierde vom Team durchsucht wird.

Auf dem Bild bringen die Deputies einen jungen Mann zum Polizeirevier. Sein Gesicht wurde auf einer ausgelassenen Party mit „Insert Balls Here“ und einem Pfeil auf den Mund beschriftet, was dazu führt, dass Deputy Johnson (links) überprüft, ob noch Balls im Mund sind. Rückenbeschriftung: Honk if you love my ass!

Blow Out

mmh, mmh, yes.Und noch eine Fernsehserie.
Diesmal geht es um Jonathan (rechts), der einen high-class Frisörsalon in Beverly Hills eröffnet und sich dabei vom Fernsehen beobachten lässt. Er kommt sehr unsympathisch rüber, jedoch hat er mich mit seiner Art in den Bann der Serie gezogen.

Die Mitarbeiter erscheinen L.A.-mäßig oberflächlich, es wird getratscht und ein besonders aufmüpfiger Stylist wird kurz nach der Eröffnung gefeuert. Das Personalgespräch wird in einer schmalen, schäbigen Gasse hinter dem Salon geführt, wie viele der Unterhaltungen, die nicht für die wichtigen Kunden und Kollegen bestimmt sind.

Arthur Russell: Calling Out Of Context

Gleich am Anfang: Ich glaube, es ist mein Lieblingsalbum 2004 (welches ich offensichtlich sehr spät entdeckt habe).
Arthur Russell ist 1992 gestorben und so enthält die CD bisher unveröffentlichte Aufnahmen die zwischen 1984 und 1990 entstanden sind. Die Lieder waren zum Teil für Alben vorgesehen oder er wollte bestimmte Songs nur als Single auf dem Markt bringen (Make 1,2 und Hop On Down). Das Album wird von manchen Kritikern als Synthi-Pop bezeichnet, was dem Album jedoch nicht gerecht wird.

Someone tried to call me up
But I don’t even have a phone (Make 1,2)

It’s a talk in the dark
It’s a walk in the morning (That’s Us/Wild Combination)

1952 in Iowa geboren, zog er 1970 nach San Francisco in eine buddhistische Kommune und schließlich 1973 nach New York. Als ausgebildeter Musiker und Cellist schrieb Arthur Bläser Arrangements für die frühen Talking Heads und spielte Schlagzeug bei Laurie Anderson. Die erste 12", Kiss Me Again, mit dem Projekt Dinosaur L, wurde 1978 veröffentlicht und featured David Byrne an der Gitarre. Seine Platten wurden sofort zu Hits in den New Yorker Clubs Paradise Garage, Loft und Studio 54. Weitere Dance/Disco Platten, die oft von Larry Levan geremixt wurden, und Avantgarde Alben folgten.

Im September wird das 1986er Album World Of Echoes auf Audika wiederveröffentlicht, eine limited Edition wird zwei Videos enthalten (Terrace Of Unintelligibility und Some Imaginary Far Away Type Things AKA Lost In The Meshes).