Der erste CSD in Düsseldorf – ein Versprechen und die Folgen!

Manchmal passieren Dinge, die sind so unglaubwürdig, dass man sie gar nicht glauben kann. Vor ein paar Wochen zum Beispiel stöberte ich ein bisschen im Internet umher und fand heraus, dass am ersten Juni-Wochenende doch tatsächlich der erste CSD in Düsseldorf stattfinden würde!! Samstags ein Strassenfest und Sonntags dann die Parade.

Dann war es endlich soweit. Es kam der Samstag, wo sich alle Schwulen und Lesben auf dem Schadowplatz mitten in der Stadt treffen und feiern sollten. Es war ein nettes, überschaubares Fest und im null komma nix war ich nett und gar nicht mehr überschaubar betrunken.
Irgendwann machten wir mal eine Runde und kamen zu dem Stand vom DEPOT. Einem Fetischladen mit wöchentlich wechselnden Themen, in dem mich meine Freunde schon die ganze Zeit mal mitnehmen wollten, ich aber immer Angst hatte. Die sind gleich großspurig grüssend auf den Chef des Ladens zugerannt und haben mich vorgestellt. Natürlich liesen sie es sich nicht nehmen, ihm gleich unter die Nase zu reiben, dass ich noch nie in seinem Laden war. Also musste ich versprechen, dass ich das am darauffolgenden Sonntag unbedingt mal machen muss. Da ich ja betrunken war und gute Laune hatte, fiel mir ein “Ja klar” nicht sonderlich schwer.

Am nächsten morgen hab ich dann nur wieder daran gedacht, aber sagte mir auch gleichzeitig “was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, der weiss das eh nicht mehr”.
Mittags dann alle zusammen wieder zum Zug, der aus sechs(!) Wagen und vier Fussgruppen bestand! Darunter der schwule Badminton-Verein “Die Dolphins” und der lesbische Badmintonverein “Weiberkram”. Es war richtig gut besucht und die Stimmung war auch super!
Dann sind wir wieder zum DEPOT-Stand gekommen! Der Chef begrüsste mich von weitem: “Na Toffi, nächste Woche kommste ja, da wirste entjungfert!” So, da hatte ich meine “Vergessen-These”. Na egal, muss ich halt mit. Da Motto war “Underwear”!
Der ganze Sonntag war noch super! Um Geld zu sparen bin ich dreimal mit je zwei Lesben in ein Cityklo zum pinkeln gegangen und habe mich jeweils prächtig amüsiert!

Dann nahte das nächste Wochenende! Um aufzufallen wollte ich eine rote Lacoste-Unterhose haben, die auch der Markus hat. Man kann ja schlecht auf so eine Party gehen in einer Calvin Klein, da kann ja keiner von dir sprechen. Das wäre das gleiche wie “Das war der, mit den kurzgeschorenen Haaren”! Also los in die Stadt, aber in Düsseldorf gibt es keine Lacoste-Unterwäsche… Habe dann endlich eine passende bei DIESEL gekauft! Die sah irre gut aus.

Endlich Sonntag. Mittags habe ich mich noch mit Freunden kurzgeschlossen wann es losgehen sollte. Die waren mittlerweile gar nicht mehr so begeistert, dass ich mitgehe (O-Ton: wieso sollten wir uns selbst das Wasser abdrehen?). Aber es war zu spät. Da die nicht wieder bis zum Schluss bleiben wollten, gingen wir so um 17h da hin. Megaaufgeregt bezahlte ich meine 13 Euro! Den Rest des Abends waren schliesslich die Getränke frei!!! Wohin auch mit dem Geld?
Kaum hatte ich mich meiner Kleider entledigt, da fing auch schon, Freunde von mir wissen das, das Rumgerenne an! Es war unglaublich! Es gab sämtliche Räume mit irgendwelchen Themen: Andreaskreuz, Sling, Glory Holes, … einfach alles! Die Typen widererwarten fast alle gut! Natürlich gab es auch tragische Nummern mit Airbrush-String-Tangas oder ähnlichem. Aber die umging man.

Einer der Gäste, man sah ihn schon zu Anfang, machte immer in irgendeiner Ecke mit irgendjemandem rum. Irgendwann fragte ich ihn dann, wie oft man denn eigentlich in so kurzer Zeit “kommen” könne? Er sagte, dass es dazu noch nicht gekommen sei.
Nachher stellte sich heraus, dass ich mit ihm schon ein paarmal gechattet habe, er auf den Bildern aber klein und untersetzt aussieht, aber in echt gross und muskulös ist! Wir haben noch Kontakt.
Aber dadurch, dass das im Depot so früh anfängt, ist es ziemlich früh wieder leer… Um neun sind wir da raus. Wir waren die letzten!

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