Yasujiro Ozu

Es kommt ja vor, dass man sehr früh einschläft und dann nachts aufwacht, fernsieht und einen tollen Film entdeckt. So wurde letzten Freitag "Guten Morgen" (Ohayo, 1959) von Yasujiro Ozu auf Arte gesendet. Für mich der erste Film, den ich von diesem Regisseur gesehen habe und ich bin sofort extrem begeistert. Jedes Bild in diesem Film sieht toll aus, ist super aufgebaut und die Kamera bewegt sich nie.
Mir haben auch die zwei bockigen Söhne gefallen, die deswegen nicht mehr reden, weil die Eltern keinen Fernseher kaufen wollen. Daneben ist nach Ansicht der Kinder Small
Talk (auch so etwas wie Guten Morgen) bedeutungsloser Quatsch. Daraufhin entstehen Missverständnisse in der Nachbarschaft. Komödienelemente tauchen unter anderem über die Furzspiele der Kinder auf.

Auf einer Internetseite habe ich eine gute Kurzzusammenfassung über seine Arbeit gefunden:

"Ozu dealt primarily with the dynamics of middle-class Japanese family life and the subtle tensions between the generations. He planned his camera shots meticulously and focused almost entirely on compositions; he never used pans, fades in or out, and employed virtually no dollies or tracking shots."

Viele Drehbücher hat Ozu zusammen mit Kogo Noda geschrieben. Angeblich haben beide den Erfolg eines Drehbuchs danach beurteilt, wie viel Alkohol während des Schreibens getrunken wurde. So gibt es in Nodas’ Tagebuch nach der Fertigstellung des Skripts zu "Tokyo Monogatari" einen Eintrag: "Finished, 103 days; 43 bottles of sake."

Yasujiro Ozu wäre am 12. Dezember 100 Jahre alt geworden. Deswegen erscheinen zur Zeit viele seiner Filme auf DVD und Anfang 2004 werden zwei seiner Filme auf 3sat gesendet:
Montag, 05.01.2004 | 23:10 | Die Reise nach Tokio (Tokyo Monogatari, 1953)
Montag, 12.01.2004 | 23:00 | Früher Frühling (Soshun, 1956)

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