Yearly Archives: 2003

Yasujiro Ozu

Es kommt ja vor, dass man sehr früh einschläft und dann nachts aufwacht, fernsieht und einen tollen Film entdeckt. So wurde letzten Freitag "Guten Morgen" (Ohayo, 1959) von Yasujiro Ozu auf Arte gesendet. Für mich der erste Film, den ich von diesem Regisseur gesehen habe und ich bin sofort extrem begeistert. Jedes Bild in diesem Film sieht toll aus, ist super aufgebaut und die Kamera bewegt sich nie.
Mir haben auch die zwei bockigen Söhne gefallen, die deswegen nicht mehr reden, weil die Eltern keinen Fernseher kaufen wollen. Daneben ist nach Ansicht der Kinder Small
Talk (auch so etwas wie Guten Morgen) bedeutungsloser Quatsch. Daraufhin entstehen Missverständnisse in der Nachbarschaft. Komödienelemente tauchen unter anderem über die Furzspiele der Kinder auf.

Auf einer Internetseite habe ich eine gute Kurzzusammenfassung über seine Arbeit gefunden:

"Ozu dealt primarily with the dynamics of middle-class Japanese family life and the subtle tensions between the generations. He planned his camera shots meticulously and focused almost entirely on compositions; he never used pans, fades in or out, and employed virtually no dollies or tracking shots."

Viele Drehbücher hat Ozu zusammen mit Kogo Noda geschrieben. Angeblich haben beide den Erfolg eines Drehbuchs danach beurteilt, wie viel Alkohol während des Schreibens getrunken wurde. So gibt es in Nodas’ Tagebuch nach der Fertigstellung des Skripts zu "Tokyo Monogatari" einen Eintrag: "Finished, 103 days; 43 bottles of sake."

Yasujiro Ozu wäre am 12. Dezember 100 Jahre alt geworden. Deswegen erscheinen zur Zeit viele seiner Filme auf DVD und Anfang 2004 werden zwei seiner Filme auf 3sat gesendet:
Montag, 05.01.2004 | 23:10 | Die Reise nach Tokio (Tokyo Monogatari, 1953)
Montag, 12.01.2004 | 23:00 | Früher Frühling (Soshun, 1956)

Top 10 December 2003

  1. Lionel Hampton – Vibramatic (Joakim Rmx) – Crippled
  2. Trash Palace feat. Liam – Bad Girl (Spektrum Remixes) – Discograph
  3. Cosmo Vitelli – Icons (Roman Flügel Remix, Bergheim 34 Remix) – Disques Solid
  4. Chelonis R. Jones – I Don’t Know? – Get Physical
  5. Moloko – Cannot Contain This (Tom Neville Vocal Mix) – Echo
  6. Benjamin Fehr/Claus Richter – Swallow You (ffwds horses version) – Catenaccio
  7. Kelis feat. Nas – In Public – StarTrak/Virgin
  8. Popchor Berlin – 4 My People – Flittchen
  9. Gus Gus – Call Of The Wild – Underwater
  10. Missy Elliott – This Is Not A Test CD – Elektra

produzentin Christmas Playlist

Also, das ist natürlich keine Weihnachts-Top Ten sondern eine Vorlage für eine kurze (iPod) Playlist.

Joni Mitchell – River

Von dem fabelhaften 1972er “Blue” Album. Joni ist die Beste. Fängt an wie ein verstimmtes Weihnachtslied. Joni wünscht sich einen “River” auf dem sie davon skaten kann.

Prince – Another Lonely Christmas

War nur eine B-Seite zu Purple Rain Zeiten. Die beste Version, weil Extended, auf irgendsoeiner Maxi. Seine Freundin ist am 25. Dezember gestorben und es ist ein trauriges Erinnerungslied, classic Prince Style:

Every Christmas night for 7 years now
I drink banana daiquiris ’til I’m blind
As long as I can hear you smilin’ baby
You won’t hear my tears
Another lonely Christmas is mine

Mariah Carey – All I Want For Christmas Is You

Diesen Song gibt es auf ihrem Weihnachtsalbum und auf einer Maxi als So So Def Version von Jermaine Dupri auf Street geremixt. Mariah kümmert sich angeblich nicht um die Geschenke oder Santa, sie will nur ihren Freund. Uptempo & Happy. Sie wünscht sich noch nicht mal Schnee. Sehr bescheiden.

Rupaul with Michelle Visage – With Bells On

Das ist eine Coverversion von Kenny Rogers und Dolly Parton, welche auch nicht zu verachten ist. Die Rupaul Version hat mehr Power und spricht mich mehr an.

Arriving ‘with bells on’ — meaning happy and delighted to attend — goes back to the days before automobile, when it was the custom to deck out with the fanciest harness the horse that drew the carriage for special occasions. That, of course, was the harness ‘with bells on.'” (From the “Morris Dictionary of Word Phrase Origins” by William and Mary Morris, HarperCollins, Publishers, New York, 1977, 1988)

Rupauls’ Weihnachts CD “Ho Ho Ho” von 1997 gibt es leider nur noch Second Hand. Auf dem Album sind weitere Perlen zu finden, wie z.B. “All I Want For Christmas”, im Gegensatz zu Mariah ist Rupaul nicht so bescheiden und wünscht sich diverse Schönheitsoperationen und Fettabsaugungen. Und da wäre noch “I Saw Daddy Kissing Santa Claus”.